Doris Weigel: |
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Inhaltsverzeichnis
Einleitung ASPEKTE DES WOHNENS Die bürgerliche Wohnung ASPEKTE DER ABSTRAKTEN MALEREI IN BEZUG AUF DIE DEFINITION De Stijl ASPEKTE DER ARCHITEKTUR Das funktionelle Bauen DIE WOHNUNG ALS GEBRAUCHSGEGENSTAND Raumunterteilung durch Möbel DIE EINRAUMWOHNUNG ALS AUSDRUCK DER JUNGGESELLENKULTUR Der funktionale Wohnstil Literatur |
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Zusammenfassung des Inhalts Das Konzept der Einraumwohnung (im Gegensatz zur Einzimmerwohnung) entstand in Auseinandersetzung mit der künstlerischen Avantgarde der 20er und 30er Jahre. Eine neue Raumästhetik, die auf dem Prinzip eines variabel zu gestaltenden dreidimensionalen Raumvolumens basierte, löste das flächenbezogene Denken herkömmlicher Architektur ab. Dieser ästhetische Ansatz (bei dem auch die Einrichtung zur Architektur zählte und sorgfältig geplant wurde!) erwies sich unter den ökonomischen Zwängen der Weltwirtschaftskrise als erstes wirklich funktionelles und adäquates Raumkonzept; in der »Wohnung für das Existenzminimum«, der »Wohnung für die schaffende Frau« und der »Junggesellenwohnung« wurde es konkret umgesetzt. Die Untersuchung zeigt, wie dieser Wohnraumtyp zum Ausdruck einer sich verändernden Gesellschaft mit neuen (Über-)Lebensformen wurde. Vor dem Hintergrund immer knapper werdender Raumressourcen und der Zunahme von Single-Haushalten gewinnt die Einraum-Konzeption heute wieder an Aktualität. Ansätze in der Wohnbauarchitektur gibt es bereits. Der Blick zurück in die Geschichte kann deshalb mithelfen, Zukunft zu planen und zu gestalten. |
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Rezension Architektur aktuell 201, 1997 Die Autorin dieses Buches, Doris Weigel, lebt selbst in einer Einraumwohnung, man könnte auch sagen: in einer Garçonnière. Es handelt sich um die kleinste Wohneinheit in einem viel publizierten Wohnhaus von Henke/Schreieck in Wien mit Eingangsbereich, von wo es auch zu Bad und WC geht, und einem Wohn-Schlaf-Raum auf zwei Ebenen, mit Küchenzeile, Regalanbau und einem im Podest eingelassenen Bett. Doris Weigel nähert sich ihrem Thema historisch: Sie analysiert die Wohnsituation im ausgehenden 18. Jahrhundert, um schleißlich den Bogen zu den sozial engagierten Minimalkonzepten der Moderne zu schlagen. Wichtig dabei: Sie geht das Thema relativ breit an, spürt Vernetzungen mit Äußerungen von bildenden Künstlern nach, zeigt grundlegende Funktionsanalysen auf wie sie etwa Schütte-Lihotzky bei der Entwicklung ihrer »Frankfurter Küche « anstellte und untersucht vom Loosschen Raumplan über Minimalwohnungen von Corbusier bis hin zu den Minimalhäusern der Wiener Werkbundsiedlung eine ganze Palette an gedachten und gebauten Manifesten. Das Thema ist zweifellos aktuell, denn die Preise für Wohnraum steigen, die Ressourcen auch an umbautem Raum werden knapper und die Kleinfamilie ist längst nicht mehr die einzige Lebensform. Insofern ein wichtiges Buch. |
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