Doris Weigel:
Die Einraumwohnung als räumliches Manifest der Moderne.
Untersuchungen zum Innenraum der dreißiger Jahre



Zusammenfassung



Rezensionen




Inhaltsverzeichnis

Einleitung

ASPEKTE DES WOHNENS

Die bürgerliche Wohnung
      Der Salon
      Das gemischte Zimmer
      Die gute Stube

Die Wohnverhältnisse des Arbeiterstandes
      Bettgeher
Die Auflösung der bürgerlichen Wohnkultur durch die zunehmende Industrialisierung
      Ledigenwohnheim
      Einküchenhaus
      Gartenstadtbewegung

Der Wandel vom »Herd des Heimes« zum »Küchenlabor«
      Kitchenette
      Wohnküche
      Küchenzeile
      Frankfurter Küche
      Einbauküche
      Kochnische
      Schrankküche

ASPEKTE DER ABSTRAKTEN MALEREI IN BEZUG AUF DIE DEFINITION
NEUER RÄUMLICHER BEZIEHUNGEN

De Stijl
Konstruktivismus
Bauhaus

ASPEKTE DER ARCHITEKTUR

Das funktionelle Bauen
      Passagen
      Kristallpalast
      Warenhäuser
      Geschäfts- und Wohnhäuser

Die Entwicklung neuer Grundrißtypen
      Der Raumplan Adolf Loos’
      Die Wohnhalle mit Galerie
      Der freie Grundriß Le Corbusiers
      Der Maisonette-Typus
      »Das Haus als Weg und Platz«

DIE WOHNUNG ALS GEBRAUCHSGEGENSTAND

Raumunterteilung durch Möbel
      Statische Raumunterteilung durch Raumteiler
      Variable Raumunterteilung durch Einzelmöbel
      »Raumausrüstung« mit Wandschränken
      Temporäre Raumverwandlungen

Kleinwohnungsbau und Wohnberatungsstellen
      Der Karl-Marx-Hof in Wien
      Die Wohnberatungsstelle BEST
      Typisierung im Möbelbau

Die Entwicklung von Typenwohnungen
      Die »Wohnung für das Existenzminimum«
      Das Boardinghouse
      Die Ledigenwohnung
      Die »Wohnung für die schaffende Frau«

DIE EINRAUMWOHNUNG ALS AUSDRUCK DER JUNGGESELLENKULTUR

Der funktionale Wohnstil
      Kollektivwohnheime
      Die Frauenwohnfrage
      Vermeidung von »Heimcharakter«

Die Passage als Symbol der modernen Raumauffassung
      Funktionale Raumästhetik
      das Künstleratelier
      Der Flaneur
      Postfunktionalistische Raumkonzepte

Literatur

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Zusammenfassung des Inhalts

Das Konzept der Einraumwohnung (im Gegensatz zur Einzimmerwohnung) entstand in Auseinandersetzung mit der künstlerischen Avantgarde der 20er und 30er Jahre. Eine neue Raumästhetik, die auf dem Prinzip eines variabel zu gestaltenden dreidimensionalen Raumvolumens basierte, löste das flächenbezogene Denken herkömmlicher Architektur ab. Dieser ästhetische Ansatz (bei dem auch die Einrichtung zur Architektur zählte und sorgfältig geplant wurde!) erwies sich unter den ökonomischen Zwängen der Weltwirtschaftskrise als erstes wirklich funktionelles und adäquates Raumkonzept; in der »Wohnung für das Existenzminimum«, der »Wohnung für die schaffende Frau« und der »Junggesellenwohnung« wurde es konkret umgesetzt. Die Untersuchung zeigt, wie dieser Wohnraumtyp zum Ausdruck einer sich verändernden Gesellschaft mit neuen (Über-)Lebensformen wurde. Vor dem Hintergrund immer knapper werdender Raumressourcen und der Zunahme von Single-Haushalten gewinnt die Einraum-Konzeption heute wieder an Aktualität. Ansätze in der Wohnbauarchitektur gibt es bereits. Der Blick zurück in die Geschichte kann deshalb mithelfen, Zukunft zu planen und zu gestalten.

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Rezension

Architektur aktuell 201, 1997      Die Autorin dieses Buches, Doris Weigel, lebt selbst in einer Einraumwohnung, man könnte auch sagen: in einer Garçonnière. Es handelt sich um die kleinste Wohneinheit in einem viel publizierten Wohnhaus von Henke/Schreieck in Wien mit Eingangsbereich, von wo es auch zu Bad und WC geht, und einem Wohn-Schlaf-Raum auf zwei Ebenen, mit Küchenzeile, Regalanbau und einem im Podest eingelassenen Bett. Doris Weigel nähert sich ihrem Thema historisch: Sie analysiert die Wohnsituation im ausgehenden 18. Jahrhundert, um schleißlich den Bogen zu den sozial engagierten Minimalkonzepten der Moderne zu schlagen. Wichtig dabei: Sie geht das Thema relativ breit an, spürt Vernetzungen mit Äußerungen von bildenden Künstlern nach, zeigt grundlegende Funktionsanalysen auf – wie sie etwa Schütte-Lihotzky bei der Entwicklung ihrer »Frankfurter Küche « anstellte – und untersucht vom Loos’schen Raumplan über Minimalwohnungen von Corbusier bis hin zu den Minimalhäusern der Wiener Werkbundsiedlung eine ganze Palette an gedachten und gebauten Manifesten. Das Thema ist zweifellos aktuell, denn die Preise für Wohnraum steigen, die Ressourcen – auch an umbautem Raum – werden knapper und die Kleinfamilie ist längst nicht mehr die einzige Lebensform. Insofern ein wichtiges Buch.

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